Projektbericht

Rennrad und Roadster: Modifizierter Dachträger für einen Mazda MX-5

Ein MX-5 RF ist vieles, aber kein Transportfahrzeug. Der Kofferraum reicht gerade so für ein Wochenende zu zweit. Doch ein Rennrad lässt sich darin nicht unterbringen, und eine Dachreling sieht Mazda für dieses Modell nicht vor. Wer das Rennrad trotzdem mitnehmen will, steht vor einer Lücke, die der Zubehörmarkt nur halb schließt.

Entwicklungsarbeitsplatz mit Mazda MX-5, SeaSucker-Träger und Geometrieskizze

Die naheliegende Antwort sind Saugnapfträger, wie sie SeaSucker für Fahrzeuge ohne Befestigungspunkte anbietet. Ein Träger hält das Fahrrad vorn an der Gabel, ein einzelner Napf auf dem Kofferraumdeckel fixiert das Hinterrad. Das Vorderrad wird dafür demontiert und fährt im Innenraum mit.

Das System funktioniert, aber die schmale und stark gewölbte Dachkontur des MX-5 RF stellt andere Anforderungen als ein typisches Fahrzeugdach.

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Gabel und Träger

Jede Gabel ist anders. Einbaubreite, Achsdurchmesser und Aufnahmeform unterscheiden sich von Hersteller zu Hersteller. Deshalb verwendet der Träger eine universell ausgelegte Aufnahme. Für unsere Gabel war der Aluminiumblock jedoch zu schmal und die vorhandene Bohrung zu groß.

Für die Anpassung sind separat bestellbare Adapter vorgesehen. Die passende Ausführung war jedoch schlecht verfügbar und stand preislich in keinem sinnvollen Verhältnis zur Einfachheit des Bauteils.

Wir haben die Gabel vermessen und zwei passgenaue Einsätze konstruiert, die den Block beidseitig auf die Einbaubreite verbreitern und den Achsdurchmesser exakt abbilden. Nach der Fertigung konnten beide Einsätze ohne weitere Anpassungen montiert werden.

Die kleinere der beiden Aufgaben, aber ein gutes Beispiel dafür, wann eine eigene Konstruktion sinnvoller ist als die Beschaffung eines vorgesehenen Zubehörteils.

Montierte Gabeladapter zwischen Fahrradgabel und SeaSucker-Träger
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Träger und Dach

Das Fahrrad soll mittig auf dem Auto stehen, nicht nur der Optik wegen: Ein Dach, das nach außen abfällt, stellt ein seitlich montiertes Rad schief und belastet die Halterung einseitig.

Die Variante mit drei Saugnäpfen würde in der Fahrzeugmitte genau dort aufliegen, wo das Blech des Hardtops nachgiebig und nicht zusätzlich abgestützt ist. Deshalb entschieden wir uns für die größere Variante mit vier Saugnäpfen in einer Reihe. Ihre äußeren Näpfe liegen auf den steiferen Randbereichen des Dachs auf.

Damit verlagerte sich das Problem, statt zu verschwinden. Über die Breite der vier Näpfe liegen die Ränder des Dachs deutlich tiefer als die Mitte. Die äußeren Näpfe setzen darum früher auf und ziehen die Trägerleiste beim Ansaugen nach unten. Dabei verformt sich das nachgiebige Dachblech in der Mitte sichtbar. Die Verformung blieb zwar nicht bestehen, war für uns aber keine akzeptable Lösung.

Detailansicht des konstruierten SeaSucker-Abstandshalters
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Die Lösung

Das eigentliche Ziel war schnell formuliert: Alle vier Saugnäpfe sollen gleichmäßig auf dem Dach aufliegen.

Auf Grundlage der ermittelten Dachkontur und Abstände konstruierten wir einen Abstandshalter, der zwischen Napf und Leiste sitzt. Auf der Oberseite bildet der Abstandshalter die Anschlussgeometrie des Saugnapfes nach: die runde Aufnahme und die Taschen für die Zapfen, die ein Verdrehen in der Trägerleiste verhindern. Seine keilförmige Unterseite gleicht den Winkel der Dachkontur aus.

Die Verbindung bleibt formschlüssig, und die vorhandene Verschraubung kann ohne zusätzliche Verbindungselemente weiter genutzt werden. Die Geometrie wurde von Beginn an fertigungsgerecht für den 3D-Druck ausgelegt.

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Das Ergebnis

Alle vier Saugnäpfe liegen gleichmäßig auf, das Dachblech wird nicht mehr verformt und das Rennrad steht mittig auf dem Fahrzeug.

Weder am Fahrzeug noch am Träger waren irreversible Änderungen erforderlich. Gabeladapter und Abstandshalter lassen sich entfernen, ohne Spuren zu hinterlassen.

Der modifizierte Träger ist seit dem Umbau im Einsatz.

Rennrad auf dem angepassten SeaSucker-Dachträger des Mazda MX-5 mit deutlich sichtbarer Dachkontur

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